Machtmissbrauch
Machtmissbrauch bezeichnet das Ausnutzen einer hierarchischen oder strukturellen Machtposition, um sich selbst persönliche Vorteile zu verschaffen oder andere zu benachteiligen. Es kann sich in übergriffigem Verhalten, unangemessener Einflussnahme, Einschüchterung, Abwertung oder auch in der Einschränkung von Entwicklungsmöglichkeiten äußern. Im Hochschulkontext tritt Machtmissbrauch insbesondere dort auf, wo Abhängigkeitsverhältnisse bestehen – etwa zwischen Lehrenden und Studierenden, Vorgesetzten und Mitarbeitenden oder Betreuenden und Promovierenden.
Es ist nicht einfach, Machtmissbrauch zu identifizieren. Es kommt nicht nur auf die Art der Vorfälle, sondern auch auf deren Häufung oder Systematik an. Nicht jedes Verhalten von Führungskräften stellt automatisch eine Form von Machtmissbrauch dar. Nicht jeder auslaufende Vertrag ohne Verlängerung ist als Machtmissbrauch einzuordnen.
Mögliche Ausprägungen von Machtmissbrauch können beispielsweise sein:
• Diebstahl von Ideen
• Verweigerung und Manipulation von akademischen Freiheiten
• Absichtliche Verzögerung von Gutachten
• Drohung, Arbeitsverträge nicht zu verlängern
• Fortwährende Aufforderung zur Leistung von Mehrarbeit
• Anweisung zur Erledigung privater Aufgaben
Missbräuchliche Machtstrukturen können zu belastenden Situationen führen. Die Sorge vor einer Eskalation und die Angst vor beruflichen oder akademischen Konsequenzen sind oftmals ein Hindernis, rechtzeitig Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Die Universität zu Köln lehnt jegliche Form von Machtmissbrauch ab und verfolgt das Ziel, bestehende Strukturen, die Machtmissbrauch begünstigen, kritisch zu beleuchten und zu unterbinden sowie transparente Verfahren zur Prävention und Intervention bereitzustellen. Hierbei spielt die Zentrale Vertrauensstelle eine besondere Rolle.
FAQ
Welche Anlaufstellen stehen zu diesem Thema zur Verfügung?
Was kann ich tun, wenn ich von Machtmissbrauch betroffen bin?
- Zur Einschätzung, ob Ihr Anliegen mögliche Anzeichen von Machtmissbrauch enthält, steht Ihnen dieser Selbstcheck zur Verfügung.
- Dokumentieren Sie die Vorfälle. Die Dokumentation dient als Erinnerungsprotokoll und zur Beweissicherung. Es kann die Grundlage für Beratungsgespräche oder für Gespräche mit Vorgesetzten bilden. Zudem kann das Aufzeichnen der Vorfälle Ihnen dabei helfen, das Erlebte zu verarbeiten. Hier finden Sie eine Vorlage zur Dokumentation.
- Schildern Sie die Situation vertrauten Personen aus Ihrer eigenen Perspektive. Eine Einschätzung von Kommiliton*innen, Kolleg*innen oder externen Personen kann helfen, das Erlebte einzuordnen.
Handlungsleitfaden für ratsuchende Personen.
Suchen Sie sich rechtzeitig Unterstützung und lassen Sie sich beraten.
Was kann ich tun, wenn ich Machtmissbrauch mitbekomme?
- Bieten Sie der betroffenen Person ein offenes und vertrauliches Gespräch an. Geben Sie der Person Rückhalt.
- Machen Sie auf Beratungsstellen und Hilfsangebote aufmerksam. Sie können die Person auch dorthin begleiten.
Bei Bedarf suchen Sie sich selbst Unterstützung und Beratung.
Was passiert in der Beratung bei der Zentralen Vertrauensstelle?
Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es für Betroffene von Machtmissbrauch an der UzK?
- Informelles Verfahren
Sie können zunächst mit Unterstützung einer der o. g. Beratungsstellen individuell geeignete Bewältigungs- und Lösungsstrategien entwickeln.
Es gibt verschiede Handlungsmöglichkeiten, z. B. Sensibilisierungsmaßnahmen, Konfliktgespräche, Fortbildungen oder die Durchführung einer Mediation. Alle Schritte des Verfahrens werden transparent mit Ihnen abgestimmt.
- Formelles Verfahren / schriftliche Beschwerde: Wenn Sie sich aufgrund von Machtmissbrauch formal beschweren möchten, können Sie sich an die Zentrale Vertrauensstelle wenden. Wir beraten und begleiten Sie bei diesem Prozess.
- Die folgenden Grafiken zeigen, wie die Beratungs- und Beschwerdewege an der UzK aufgebaut sind.